
Auf der Werkshalle startet im Heiztunnel des Blasformers der gesamte Zyklus. Laufen die Vorformen zu kalt oder schwanken die Temperaturen, erkennt man das sofort – Dehnungsstreifen, ungleichmäßige Wandstärken und sich häufender Ausschuss. Die Heizlampe und ihre Steuerung sind dabei die erste Verteidigungslinie.
Technisch relevant
Die meisten Infrarot-Heizungen im Blasformprozess sind Kurzwell-Halogen- oder Quarzstrahler, ausgewählt wegen ihrer schnellen Reaktion und engen Fokussierung. Typische Nennleistungen liegen bei 1200W bis 2400W bei 120V oder 230V, mit R7s-Fassungen und kompakten Glühwendellängen, die zur Geometrie der Heizzone passen.
Das Solid-State-Relais (SSR) macht diese Spezifikationen im Betrieb nutzbar. Es schaltet die Lampe entweder durch Nulldurchgang oder Phasenanschnitt, abhängig vom SPS-Ausgang und der Strategie des Heizungscontrollers. Für den Anwender bedeutet das eine reproduzierbare Leistungsabgabe Zyklus für Zyklus – ohne Kontaktprellen und Verschleiß, wie sie bei mechanischen Schützschaltern auftreten.
Wir stimmen das SSR auf die Lampe ab: Strombelastbarkeit mit Reserve für Einschaltstromspitzen, die passende Spannungsklasse für das Versorgungsnetz und eine Steuerspannung, die mit der I/O der Maschine kompatibel ist.
Warum dieses Zusammenspiel funktioniert
Beim Streckblasformen muss die Vorformheizung stabil innerhalb eines engen Temperaturfensters gehalten werden, bevor der Streckstab und die Blasdüsen greifen. Die Kombination aus SSR und passender Infrarotlampe ermöglicht ein schnelleres Einstellen, weniger Überschwingen und ein konstanteres Dehnverhalten der Vorform.
Das wirkt sich aus in weniger Ausschuss, höherer Anlagenverfügbarkeit und einem verlässlichen Prozessfenster. Der Energieverbrauch sinkt, da die Lampe bedarfsgerecht heizt und den Sollwert ohne breitflächiges Ein-/Ausschalten hält. Bei Maschinen von Sidel, Krones, SIPA, Husky, SACMI und Nissei ASB zeigt sich der Nutzen deutlich, wenn Lampe, SSR und Steuerung als abgestimmtes System eingesetzt werden – statt einzelner Komponenten.
Die Details, die entscheidend sind
Die Installation ist simpel, doch im Werkshallenbetrieb entscheiden oft die Details. Prüfen Sie Leistung, Spannung, Fassung und Länge der Lampe im Vergleich zu Reflektor und Bauraum der Heizzone.
Wählen Sie das SSR mit ausreichendem Stromreserven – Lampen haben beim Kaltstart hohe Einschaltstromspitzen. Montieren Sie das SSR mit geeigneter Kühlung, verlegen Sie die Leitungen ordentlich und schützen Sie die Steuerseite gegen Störeinflüsse.
Achten Sie auf die thermische Auslegung im Tunnel. Saubere Reflektoren und korrekter Luftstrom verhindern Hotspots und verlängern die Lebensdauer der Lampe. Die Leistung ist stabil, vorausgesetzt die Netzspannung ist konstant – starke Schwankungen verschieben Bauteile außerhalb ihrer Auslegung.